Apr 28

01. Nie aufgeben.
02. Rennen.
03. Immer weiter machen.
04. Keinen Ball verloren geben.
05. Immer nachsetzen.
06. Noch mehr rennen.
07. Mannschaftsdienlich sein.
08. Mit Leistung überzeugen statt mit Worten.
09. Wichtige Tore schießen.
10. Rennen.

Das sind die zehn Gebote. Die 10 Gebote des Ivica Olic. Und so treu wie er die gestern Abend befolgt hat, hat er sich seinen Platz im Fußball-Paradies sicher schon verdient.

Der Duracell-Hase, der Dauerläufer, der Knipser. Mario Gomez sagte in einem Interview mal über ihn: “Manchmal steht er neben mir und ich denke: ‘Ach du Scheiße, jetzt fällt er gleich tot um.’. Aber kaum denke ich das, rennt er los und sprintet 40 Meter über den Platz.”.

Wenn irgendwelche Journalisten meinen, sie müssten neue Wörter erfinden, um das Spiel des Lionel Messi zu bezeichnen, dann hat Ivica Olic genau das verdient. Er spielt nicht spektakulär, er ist technisch lange nicht so versiert wie der kleine Argentinier, aber er spielt nach den zehn Geboten des Ivica Olic.

Gestern waren keine drei Minuten gespielt, als der Kroate einem viel zu langen Ball nachsetzte, Cris in Bedrängnis brachte, den Ball in die Mitte spielte und somit mustergültig die erste 100%ige Torchance durch Thomas Müller auflegte. Ein typischer Olic. Kein Stürmer der Bundesliga, wahrscheinlich kein Stürmer der Welt, wäre diesem Ball ins Nirgendwo so hinterher gerannt. Wirklich keiner.

Ich wünsche mir jedes Mal, wenn die Bayern in der Champions League spielen, dass van Gaal seinen Torjäger in der 90. Minute auswechselt. Sat1 blendet bei ausgewechselten Spielern immer die Laufleistung ein. Leider wurde mir dieser Gefallen bisher noch nicht getan. Aber ich bin gerne bereit, Tipps und Wetten anzunehmen. Locker mehr als zwölf Kilometer.

Seine drei Treffer am gestrigen Abend bringen ihm endlich die Aufmerksamheit, die er in diesen Wochen verdient. Was viele nämlich gar nicht wissen: “Ivica” ist kroatisch und bedeutet “Mann, der die wichtigen Tore schießt”. Daheim gegen Manchester, in Manchester, bereits im letzten Gruppenspiel in Turin war er es, der das 1:1 besorgte. Gegen Hannover brach er mit seinem 1:0 den Bann und stieß das Tor zum Schützenfest weit auf.

Vor der Saison waren die Experten sich großteils einig: Mario Gomez würde diese Saison an der 30-Tore-Marke kratzen. 35 Millionen hatten die Bayern an Stuttgart überwiesen. Kostenpunkt für Olic: Null Euro, ein bisschen Gehalt und einmal pro Woche 4,99€ für ein Päckchen Duracell-AA-Batterien. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, was der Ex-Hamburger schon wieder eingebracht hat. Mario Gomez hingegen bleibt den Beweis seiner Klasse in München weiterhin schuldig.

Weiter verdeutlicht wird dies an der unfassbaren Beliebtheit von Olic. Während Gomez oder Klose gerne mal ausgepfiffen wurden, habe ich noch kein Spiel erlebt, in dem Olic nicht mit Sprechchören gefeiert wurde. Selbst wenn er einen unglücklichen Tag hat und kein Tor schießt. Er gibt alles. Er befolgt seine höchsteigenen zehn Gebote. Und dafür lieben ihn die Fans. Ein Arbeiter. Einer der sich für nichts zu schade ist. Einer, dem es egal ist wer das Tor macht, hauptsache der Ball rollt irgendwie über diese Torlinie. Beim 2:1 auf Schalke bereitete er das 2:0 genau so vor. Einen Sprint in die Gasse, den Ball quer auf Müller, 2:0. Sicher ist es leicht das zu behaupten, aber ich glaube ein Gomez hätte versucht ihn selbst zu machen und wäre an Neuer gescheitert. Ein Klose hätte den Querpass versucht und in den Rücken von Müller gespielt.

Dieser Olic ist mehr wert als die Bayern ihm bezahlen. Und das wissen sie. Der Bloggerkollege Breitnigge, seines Zeichens Bayernfan, behauptet, dass die Verpflichtun von Olic “neben dem Robben-Transfer [..] die beste Tat des FC Bayern der letzten 10-20 Jahre war.”

Ich habe die Transfers der Bayern der letzten 20 Jahre leider nicht im Kopf. Aber ich glaube schon, dass man Ivica Olic in einem Atemzug nennen kann mit Arjen Robben oder Franck Ribery. Mit Luca Toni oder Giovane Elber. Und um die Frage des Sat1 Reporters von gestern Abend noch einmal aufzugreifen: “Was heißt eigentlich ‘Gerd Müller’ auf kroatisch?”.

Apr 16

Die Bundesligasaison 2009/10 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Vereine wie Leverkusen melden bereits erste Neuzugänge für die nächste Saison. Es wird heiß spekuliert ob Kevin Kuranyi nun zu Juve geht oder nicht, und man fragt sich jeden Tag, welcher Verein denn nun die 40 Millionen für Edin Dzeko zahlen wird.

Das ist für die kleine Diva von Main natürlich alles vier bis fünf Nummern zu groß. Bruchhagen hat es mittlerweile zwar geschafft, die Eintracht wirtschaftlich zu sichern, doch große Sprünge sind einfach noch nicht möglich. Und doch muss in der Sommerpause einiges getan werden.

Im Tor sehe ich keinen akuten Handlungsbedarf. Der ewige Oka hat noch Vertrag und mit Fährmann einen jungen Keeper als Backup. Pröll wird wohl gehen. Zimmermanns Zukunft ist noch ungewiss.

In der Abwehr sind wir rechts und in der Mitte ausreichend besetzt. Jung, Ochs und Franz für die rechte Seite, Franz, Chris und Russ für die Mitte. Dazu noch der (hoffentlich) bald wiedergenesene Vasoski. Allerdings muss zur nächsten Saison eindeutig ein neuer Linksverteidiger her. Nicht nur, dass die Vertragsverhandlungen mit Christoph Spycher stocken, man sieht auch immer wieder, wie die Eintracht ins Schwimmen gerät, wenn der Routinier hinten links ausfällt und Benni Köhler seine Position übernehmen muss.

Meine Wunschkandidaten wären entweder Dede, der in Dortmund zwar nicht mehr Stammspieler ist, aber quasi der Mr. Dortmund ist. Realistisch gesehen wird der kaum zu kriegen sein. Ansonsten könnte man sich um eine Verpflichtung von Javier Pinola bemühen. Sollte der “Club” absteigen, wäre eine Verpflichtung hier sicherlich machbar. Als letzter Kandidat fällt mir Heinrich Schmidtgal von RWO ein. Jung, agil und schussstark. Er wäre mein absoluter Wunschkandidat, der sich auch sicher in der Bundesliga durchsetzen würde.

Im Mittelfeld sollte man unbedingt Zlatan Bajramovic los werden. Ständige Verletzungen helfen nunmal keinem weiter. Und Selim Teber weiß auch nicht wirklich zu überzeugen in dieser Saison. Ein Nebenmann für Pirmin Schwegler muss also her. Ein 6er mit richtig Qualität, für den Mann dann auch gerne mal ein bisschen tiefer in die Tasche greifen kann. Bayerns Anatoli Tymoschuk wäre da eine Option, genauso wie Thomas Rincon vom HSV. Beides sehr gute Spieler, die in ihrem Verein allerdings nur in der zweiten oder dritten Reihe stehen.

Im Sturm sollte man alles daran setzen, Halil Altintop dauerhaft von Schalke 04 zu übernehmen. Sollte Ioannis Amanatidis wieder fit werden, ist der Sturm mit Alex Meier als zusätzlicher Option gut besetzt. Falls nicht, muss auch noch ein Stürmer geholt werden. Nach dem (wohl sicheren) Abstieg der Hertha könne man hier vielleicht einen neuen Versuch in Sachen Gekas starten. Auch Sami Allagui von Greuther Fürth könnte wieder ein Thema werden.

Man hat gesehen, dass Skibbe eine gute Mannschaft formen kann, wenn er das entsprechende Material bekommt. Deshalb sollte man nächsten Sommer auch mal ein paar Millionen ausgeben, um ihm diese Spieler zu geben. Das langfristige Ziel der Eintracht muss es schließlich sein, um die internationalen Ränge mitzuspielen. Vielleicht noch nicht nächste oder übernächste Saison, aber in drei bis vier Jahren auf jeden Fall. Und dafür ist nunmal eine stetige Verbesserung des Kaders notwendig.

Apr 14

Die Bayernfans dürfen sich wirklich bedanken. Bei wem? Bei Mainz 05. Wofür? Für die 1:2 Niederlage am Bruchweg am 3. Spieltag dieser Saison. Ohne diese Niederlage hätten die Bayern einen Transfer wohl nicht getätigt: den des Niederländers Arjen Robben.

Amtliche 24.000.000€ legte Bayern München auf den Tisch, um den in Madrid mehr oder minder ausgemusterten Robben zu kaufen. Und machte damit einfach nur alles richtig.

Zunächst wurde er aufgrund seiner Verltzungsanfälligkeit erstmal kritisch beäugt, doch schon eine Woche später gegen Wolfsburg kam, sah und siegte er. Zur Halbzeit eingewechselt erzielte er die beiden Treffer zum 2:0 und 3:0. Jeweils auf Zuspielt von Franck Ribery. Rib und Rob waren geboren.

Dieses Schema zog sich durch den gesamten Rest der Saison. Sowohl in der Liga, als auch in DFB Pokal und Champions League. Der FC Bayern ist immer mehr abhängig von seinem holländischen Flügelstürmer. Wie einst die Eintracht von Okocha, wie die Weltmeisterelf ’54 von Fritz Walter, wie die Kickers von Tsubasa Ozora.

Ich habe mir ein kleines Rechenspiel erlaubt. Wo würden die Bayern ohne Arjen Robbens Tore stehen? Gut, in der Champions League wären sie bereits in Florenz ausgeschieden. Spätestens dann in Manchester. Im DFB Pokal hätten sie gegen Schalke zumindest in ein 11m-Schießen gemusst. Und in der Liga?

Arjen Robben hat bereits 11 Saisontore auf seinem Konto. Gut, darunter sicher auch einige Elfmeter, aber die zählen ja genauso viel. Rechnet man diese 11 Saisontore einfach mal weg, ergibt sich an der Tabellenspitze folgendes Bild:

1. Schalke 04 (58 Punkte)
2. Bayer Leverkusen (56 Punkte)
3. Werder Bremen (52 Punkte)
4. Bayern München (52 Punkte)
5. Borussia Dortmund (52 Punkte)

Und in dieser Rechnung sind Assists, rausgeholte Freistöße und Elfmeter, sowie geschaffte Räume aufgrund der ständigen Bindung von 1-2 Gegenspielern noch gar nicht mitgerechnet.

Während Schalke und Leverkusen also die Meisterschaft unter sich ausmachen, müssten die Bayern sogar noch um die Qualifikation für die Champions League bangen.

Nun kenne ich mich mit Preisgeldern und so weiter nicht besonders aus. Aber ich wage jetzt einfach mal eine Behauptung aufzustellen: Halbfinale statt Achtelfinale der Champions League, Finale statt Halbfinale im DFB Pokal und (vielleicht) Meister statt irgendwas zwischen Platz 3 und 5 in der Liga…dieser Holländer hat die 24 Millionen, die er gekostet hat, locker wieder verdient.

Apr 12

Es war ein ziemlich lauter Knall den ich da am Freitag Abend in meiner Wohnung im Nordwesten Frankfurts gehört habe. Nungut. Dazu muss man auch sagen, dass es mindestens mal 100.000 Frankfurter waren, die in diesem Moment von ihrer Wolke 7 wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt worden waren. Für mich kam das ganze ehrlich gesagt wenig überraschend. Ich hatte schon gegen Leverkusen mit dem Absturz gerechnet. Und doch bin ich im Nachhinein ein wenig enttäuscht. Quasi enttäuschte Erwartungen, die ich gar nicht hatte.

Aber ganz von vorne. Frankfurt verliert am Freitag Abend in Gladbach mit 2:0. Verdient, und eigentlich noch 1-2 Tore zu niedrig. Hätten die Herren Reus und Bobadilla nicht heimlich das Torschusstraining geschwänzt, wäre die Partie locker 4:0 oder 5:0 ausgegangen. Und bis auf den ewigen Oka wusste auf Frankfurter Seite nicht wirklich jemand zu überzeugen. Ochs nicht, Teber nicht, Altintop nicht, alle nicht. Alles, was man gegen Bayern, Bochum und Leverkusen noch gezeigt hatte, man hatte es einfach vergessen. Keine Leidenschaft, keine Spielkultur. Eine echte Torchance für Halil Altintop gab es. Und die schoss dieser bezeichnenderweise aus bester Position über das Tor.

Während die Eintracht letzte Saison das Kunststück fertigbrache, lediglich gegen Teams zu punkten, die in der Tabelle hinter ihr standen, so scheint als würden die “Kleinen” diese Saison zu wahren Stolpersteinen. Punktverluste gegen Gladbach (1:2 und 0:2) oder Köln (1:2) häufen sich, während man gegen die acht Teams, die in der Tabelle vor einem stehen, schon volle 18 Punkte geholt hat. Und das Rückspiel in Wolfsburg kommt ja noch.

Fakt ist, dass Stuttgart, Hamburg und Wolfsburg allesamt dreifach gepunktet haben. Nun sind es wieder vier Zähler auf Platz sechs, der wohl zur Teilnahme am internationalen Geschäft reicht. Nun werden die optimistischen Rechenexperten unter den Frankfurtern sicher sagen: “Naja. Vier ist weniger als Zwölf.”. Und damit haben sie natürlich Recht. Doch angesichts des Restprogramms mache ich mir wenig Hoffnungen. Nächste Woche geht es gegen die Hertha, die eigentlich keine Chance mehr hat, diese aber auf jeden Fall nutzen will. Danach zu den heimstarken Mainzern. Dann das Auswärtsspiel in Sinsheim, das man meiner Meinung nach noch gewinnen könnte. Den Abschluss bildet das Gastspiel beim FC Edin Dzeko, der im Moment nach belieben trifft. Hier sind maximal vier Punkte aus vier Spielen drin. Und das wird einfach nicht reichen.

So weh es auch tut, aber die Eintracht wird nächste Saison nicht europäisch Spielen. Es gilt deswegen: nach hinten schauen und in Mainz nicht verlieren. Denn am Ende “nur” 10. zu werden, würde die sehr sehr gute Saison doch in einem ganz falschen Licht erscheinen lassen. Fühlt sich ganz schön hart an, dieser Boden der Tatsachen.
An dieser Stelle möchte ich auch noch ein paar Worte über unseren Gegner von nächster Woche verlieren. Grade lese ich auf kicker.de, dass die Hertha ein Protestschreiben an den DFB gerichtet hat, in dem sie sich über die ständige Benachteiligung der Hertha von Seiten der Schiedsrichter beschwert. Zudem wurde für die Partie gegen Stuttgart ein Schiedsrichterassistent aus Hannover abgestellt, die ja bekanntlich im Kampf um den Klassenerhalt einer der härtesten Rivalen der Hertha sind. Genau dieser Schiedsrichterassistent pfiff Theofanis Gekas zu unrecht zurück. Genau als dieser frei auf Lehmann zulief um das 1:0 zu markieren.

Nun möchte ich niemandem etwas unterstellen. Ich glaube nicht, dass Herr Frank in dem Moment, in dem er seine Fahne hob, dachte: “So. Jetzt sorg ich dafür, dass 96 erstklassig bleibt.”. Es war schlicht und einfach eine Fehlentscheidung wie sie in jedem Spiel vorkommen kann. Allerdings bin ich empört wie man so dumm sein kann, einen solchen Ansetzungsfehler zu machen, und einen Unparteiischen aus Hannover zuzuteilen. Jeder der vier Finger hat, und somit 2 und 2 addieren kann, hätte darauf kommen können, dass das im Falle einer Fehlentscheidung und einer Niederlage der Hertha zu größten Diskussionen führen wird. Dafür gibts echt mal wieder den Daumen runter, liebe DFL.

Des weiteren blutet mein Fußballherz, wenn ich sehe wie eine Mannschaft wirklich so sehr durch Fehlentscheidungen benachteiligt wird, dass sie deswegen die Klasse nicht halten wird. Ein Abseitstor gehört mal dazu. Oder ein unberechtigter Elfmeter. Das ist es doch auch, was den Fußball so geil macht. Aber diese Saison, und vor allem in der Rückrunde, werden wirklich alle spielentscheidenden Situationen gegen die Hertha gepfiffen.

Sicher hinkt dieser Vergleich, doch wenn man sich die “Wahre Tabelle” anschaut, wird die Hertha auf Rang 15 geführt. Szenen wie der nicht gepfiffene Elfmeter nach Tascis klarem Handspiel am Wochenende, oder dem Tor von Theofanis Gekas gegen Dortmund, das zu unrecht zurückgepfiffen wurde, sorgen dafür, dass die Hertha auf Platz 18 rangiert.

Ich verstehe Herrn Preetz und die Hertha voll und ganz. Schade nur, dass ihr Protest auf taube Ohren stoßen wird. Denn niemand von den Verantwortlichen wird sich bereit erklären, auch nur einen Punkt mehr zuzugestehen. Sonst kommt nämlich der nächste Protestbrief. Vom SC Freiburg. Oder von Hannover 96.

Fakt ist wohl, dass die Hertha nächste Saison genauso wenig erstklassig sein wird, wie die Eintracht international Spielen wird. Eigentlich sehr schade. Berlin gehört mehr in die Bundesliga als Freiburg und Hannover. Auch Köln könnte von mir aus sehr gerne Absteigen. Allerdings muss man auch sagen, dass man nicht erwarten kann, wieder vorne mitzuspielen, wenn man absolute Leistungsträger (Pantelic, Voronin, Simunic) abgibt, und nicht mal ansatzweise ersetzt.

Das einzige was mich als Eintrachtfan am Hertha-Abstieg freut: vielleicht kann man den ein oder anderen Spieler im Hertha-Ausverkauf günstig erstehen.

Mrz 30

Also jetzt mal ehrlich. So ganz unter uns. Was da diese Woche in der Liga ablief und teilweise immernoch abläuft kann doch wirklich kein Mensch mehr ernst nehmen oder?

In Berlin fällt ein Tor, das eines ist, oder vielleicht auch nicht, das aber auf keinen Fall zählt. Häh? Diesmal scheitert es nicht daran, dass Gekas mit dem überstehenden Fußnagel des großen Zehs im Abseits steht oder daran, dass im Ball kein kleiner Besserwisserchip eingebaut ist, der dem Schiri sagt ob der Ball jetzt drin war oder nicht. Nein. Diesmal scheitert es einfach nur an der Regel. Ist Gekas aktiv? Beeinflusst er Santana? Spielt dieser den Ball gezielt zurück? Blablabla…jetzt mal ehrlich: wie dämlich kann eine Regel eigentlich sein? Bitte einfach abschaffen. Danke.

In Bremen gibt es den lächerlisten Platzverweis seit Hasan “Brazzo” Salihamidzic. Mit einem kleinen Unterschied. Im Fall “Brazzo” gab der Schiedsrichter zu, dass er Bockmist verzapft hatte. Das Sportgericht setzte sich über die “Mindestens-ein-Spiel-Sperre”-Regel hinweg, und der Bosnier konnte im nächsten Spiel wieder auflaufen. Torsten Frings hat dieses Glück nicht gehabt. Dank einer höchstens schauspielerisch wertvollen Einlage des Kollegen Broich muss er nun beim Endspiel im den internationalen Wettbewerb in Dortmund zuschauen. Kein Wunder, dass Jogi Löw ihn aussortiert hat. Wer ständig zu unrecht gesperrt wird (Argentinien 2006), den kann man einfach nicht gebrauchen. Lächerlich.

Kevin Kuranyi 2:0 Bayer Leverkusen. “Nutella” wie meine Freunde und ich ihn unliebevoll nennen, erzielt seine Saisontore Nummer 16 und 17 und ballert Schalke an die Tabellenspitze. Die Rufe nach einer Begnadigung des Ex-Nationalspielers werden immer lauter. Selbst Martin Max, der König unter den Nicht-Nominierten-Torjägern, sagt: “Ich würde ihn mitnehmen.”. Auch die Schalker Fans machten ihrem Frust über diese Personalentscheidung lauthals Luft. “Jooogi mach die Augen auf”, sangen sie während des Topspiels, bei dem der Bundestrainer högschdpersönlich auf der Tribüne saß. Ich mag Schalke nicht. Ich mag Kevin Kuranyi nicht (der Kollege Baade übrigens auch nicht). Aber es gibt im Fußball nunmal nur eine gültige Währung: Tore. Deshalb schließe ich mich dem königsblauen Anhang an. Jooooogi mach die Augen auf.

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