Jan 21

Die Idee zu Folgendem hatte ich gestern schon, war allerdings zu müde. Allerdings ist es heute aus gegebenem Anlass auch einfach passender. Heute nominierte Jogi Löw 30 Spieler für einen Fitnesstest der Nationalmannschaft. Darunter auch Toni Kroos, Christian Träsch und Thomas Müller sowie der “reaktivierte” Robert Huth.

Nunja, die Idee ist einen 23-köpfigen WM Kader aufzustellen. Rein nach Leistung. Keine Boni für gute Spiele in der Vergangenheit. Allein die Leistungen in der Bundesliga werden berücksichtigt. Hierbei nehme ich als Grundlage wieder die Noten des rennomierten Fußball-Portals kicker.de. Nominiert werden 3 Torhüter, 4 Innenverteidiger, 4 Außenverteidiger, 4 Zentrale Mittelfeldspieler, 4 Flügelspieler und 4 Stürmer. Berücksichtigt werden nur Spieler, die mindestens 10 benotete Einsätze in der laufenden Saison verzeichnen können.

Tor:

1. Heinz Müller (FSV Mainz 05): 2,63
2. Hans-Jörg Butt (Bayern München): 2,67
3. Tim Wiese (Werder Bremen): 2,68

Innenverteidigung:

1. Manuel Friedrich (Bayer Leverkusen): 2,84
2. Per Mertesacker (Werder Bremen): 3,03
3. Mats Hummels (Borussia Dortmund): 3,07
4. Maik Franz (Eintracht Frankfurt); 3,30

Der bei Stoke City unter Vertrag stehende Robert Huth kann leider nicht bewertet werden, da kicker.de keine Noten in ausländischen Ligen vergibt.

Außenverteidigung:

1. Gonzalo Castro (Bayer Leverkusen): 2,75
2. Philipp Lahm (Bayern München): 3,25
3. Tim Hoogland (FSV Mainz 05): 3,27
4. Holger Badstuber (Bayern München): 3,28

Zentrales Mittelfeld:

1. Michael Ballack (FC Chelsea): Keine Benotung, doch als Kapitän gesetzt
2. Simon Rolfes (Bayer Leverkusen): 2,56
3. Sven Bender (Borussia Dortmund): 2,95
4. Torsten Frings (Werder Bremen): 3,03

Mittelfeld Außenbahn:

1. Marcell Jansen (Hamburger SV): 2,79
2. Toni Kroos (Bayer Leverkusen): 2,81
3. Mesut Özil (Werder Bremen): 3,03
4. Marko Marin (Werder Bremen): 3,14

Sturm:

1. Stefan Kießling (Bayer Leverkusen): 2,61
2. Kevin Kuranyi (Schalke 04): 3,17
3. Mario Gomez (Bayern München): 3,25
4. Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund): 3,50

Das wars schon. Denkt euch euren Teil. Danke für die Aufmerksamheit. Falls ich Spieler vergessen habe, füge ich diese natürlich gerne nachträglich ein. Einfach einen Kommentar da lassen.

Jan 21

Torsten Frings wird nicht zur WM 2010 in Südafrika fahren. Zumindest nicht als Spieler. Wie diverse Internetportale melden, hat Jaochim Löw dem Bremer Mittelfeldspieler diesen Entschluss in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt.

Für mich Anlass genug, hier noch einmal über das angeblich herrschende Leistungsprinzip in der Nationalmannschaft abzuledern. Diesmal mit klaren Fakten.

Fakt 1: Für die WM im Sommer werden vier Spieler für die Position des “6ers” nominiert werden. Michael Ballack ist als Kapitän natürlich gesetzt. Bleiben drei freie Plätze. Würden diese – wie von Löw behauptet – nach der Leistung der Spieler vergeben werden. Ich habe mir mal erlaubt die kicker.de-Datenbank nach den Durchschnittsnoten der deutschen defensiven Mittelfeldspieler zu durchforsten. Berücksichtigt habe ich alle Spieler, die mindestens 10 Spiele in der laufenden Saison absolviert haben. Dabei ergibt sich folgende Liste:

01. Simon Rolfes (Bayer Leverkusen): 2,56
02. Sven Bender (Borussia Dortmund): 2,95
03. Torsten Frings (Werder Bremen): 3,03
04. Bastian Schweinsteiger (Bayern München): 3,22
05. Sami Khedira (VfB Stuttgart): 3,33
06. Hanno Balitsch (Hannover 96): 3,35
07. Peer Kluge (Schalke 04): 3,50
08. Thorben Marx (Borussia M’Gladbach): 3,56
09. Christoph Moritz (Schalke 04): 3,77
10. Tim Borowski (Werder Bremen): 3,92
11. Christoph Dabrowski (VfL Bochum): 4,07
12. Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart): 4,09
13. Robert Tesche (Hamburger SV): 4,67

Ich bin wirklich mal gespannt, ob die Herren Bender oder Marx auch nur im Entferntesten eine Chance auf ein WM Ticket hätten. Zumal ein guter Notenschnitt noch höher anzurechnen ist, wenn der Spieler bei einem Mittelfeldverein spielt.

Selbiges Problem findet man im Sturm, der ja als bereits gesetzt gilt. Mario Gomez, Miroslav Klose, Lukas Podolski und Stefan Kießling haben ihr WM Ticket wohl schon in der Tasche. Der Notenschnitt zeigt, wie sehr das dem Leistungsprinzip entspricht.

01. Stefan Kießling (Bayer Leverkusen): 2,61
02. Kevin Kuranyi (Schalke 04): 3,17
03. Mario Gomez (Bayern München): 3,25
04. Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund): 3,50
05. Alex Meier (Eintracht Frankfurt): 3,78
05. André Schürrle (FSV Main7 05): 3,78
07. Julian Schieber (VfB Stuttgart): 4,17
08. Lukas Podolski (1. FC Köln): 4,31
09. Miroslav Klose (Bayern München): 4,50
10. Christian Eigler (1. FC Nürnberg): 4,54

Nun gut. Kevin Kuranyi hat sich selbst disqualifiziert. Aber die Herren Großkreutz und Meier bei der WM? Hat die denn schon jemand ins Gespräch gebracht? Man könnte ihnen ja für die beiden “gesetzten” Podolski und Klose ein Ticket geben?

Es ist schlichtweg eine Schweinerei, dass Spieler wie Klose und Podolski für immer einen Platz in der Nationalmannschaft haben, weil sie in vergangenen Jahren gute Leistungen gebracht haben, ein Spieler wie Torsten Frings aber derart ausgebootet wird. 2006 war sich nach dem Halbfinale gegen Italien noch ganz Fußball-Deutschland einig: “Mit Frings hätten wir sie geschlagen!”, und heute, wo er endlich mal wieder eine gute Saison spielt, wird er nicht nur einfach nicht berufen, sondern er wird explizit nichtberufen. Leistungsprinzip? Sehr gerne. Aber dann rigoros und in allen Bereichen. Denn wie bereits erwähnt: Gute Leistungen von 2006 schießen 2010 leider keine Tore mehr.

(Sollte ich bei den “Ranglisten” Spieler vergessen haben, so lasst es mich bitte wissen. Ich werde die Liste dann umgehend ergänzen.)

Jan 20
…es ist das Einzige. So lautet der Titel von Ben Redelings Buch, in dem er 25 Fußballgeschichten aus seiner eigenen Erfahrung erzählt. Vom “Bärtigen Supermann aus Uerdingen” bis hin zu “Stefan Kuntz’ heimlicher Liebe zu Kai Pflaume”. Allein die Titel der Kurzgeschichten lassen erahnen, dass Redelings nicht nur fußballverrückt ist, sondern es durchaus versteht den Leser zu packen. Ab der ersten Seite ist man voll dabei und möchte ständig “nur noch eine Geschichte” lesen. Als Fan des VfL Bochum schildert er nur allzu bekannte Leiden eines Fußballfans, ausgeschmückt mit witzigen Anekdoten seiner “Scudetto”-Gäste.

Ich erlaube mir hier einfach mal den Klappentext hinein zu tippseln:

>> Den ganzen Tag nur Fußball! Morgens lässt sich Ben Redelings vom ehemaligen Torschützenkönig Klaus Fischer wecken, mittags schmökert er stundenlang in verblichenen Spportjournalen, und abends erinnert er sich mit Trainer Peter Neururer an die guten alten Zeiten:

Redelings lebt so. Er schreibt, filmt und philosophiert über seinen Sport, ist “Fußball-Kulturschaffender in Vollzeit”, dessen “Scudetto”-Abende zum Kult geworden sind. Sein Alltag ist reich an spannende Begegnungen, kuriosen Situationen und ganz viel Leidenschaft. Mittendrin: ein als Stadionwurst verkleideter Verkehrsrichter, ein fußballverrückter Kabarettist, ein entwurzelter Gladbach-Fan und manch anderer skurriler Stehplatzbesucher <<

Ein wirklich tolles Buch für Morgens, Abends, Mittags, Zwischendurch, in der U-Bahn, in der Vorlesung, auf der Arbeit, während dem Essen, einfach für immer und überall. Man kommt aus dem Schmunzeln einfach nicht mehr heraus. Ich habe es nun leider fast durch. Aber das nächste Redelings-Buch ist bereits bestellt.

Jan 20

Endlich habe ich mal ein, zugegebenermaßen nicht grade besonders schönes, dafür aber umso kurioseres Tor aus der “Kreisklasse” gefunden. Im Spiel zwischen TuS Celle und dem MTV Gifhorn unterläuft dem Gifhorner Keeper (Name unbekannt) dieses unfassbar kuriose Eigentor.

Schönes “Bonbon” in diesem Video: Die Kommentare der “Stammtischphilosophen” an der Außenlinie. Ohne die “Lauf, lauf!” oder “Schieß doch!” Rufe von der Seitenlinie wüssten die Spieler sicher nicht, was sie tun sollten.

Jan 20

Immer wieder höre ich in letzter Zeit, wie sehr die Eintracht doch überschätzt sei, und dass der Tabellenplatz nicht dem Leistungsstand entspräche. Die Eintracht habe viele glückliche Punkte geholt und würde dieses Kunsstück in der Rückrunde sowieso nicht noch einmal wiederholen können.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, dies anhand der Noten von sportal.de (ich nehme an, man kann hier die Noten jedes beliebigen Sportportals verwenden, habe mich quasi per Zufallsprinzip für Sportal entschieden) zu widerlegen. Die Nachstehende Grafik zeigt die jeweiligen Spiele der Eintracht mit Ergebnis, best- bzw. am schlechtesten benotetem Spieler der Frankfurter sowie des Gegners und die Durchschnittsnoten der beiden Teams.

Als “Berechnungsmaßstab” gilt: Ein Notenunterschied von weniger als +- 0,25 zwischen den beiden Teams steht für “gleich gut”. Hier wäre ein Unentschieden das gerechte Ergebnis. Sollte ein Team mehr als 0,25 Notenpunkte besser sein als der Gegner, so wäre es ein verdienter Sieger gewesen.

Zur Verdeutlichung sind die Zeilen farblich unterlegt. Rot bedeut, dass die Eintracht dieses Spiel laut Notengebung hätte verlieren müssen, grün bedeutet, dass die Frankfurter einen Sieg verdient hätten und weiß bedeutet, dass ein Unentschieden am salomonischsten gewesen wäre.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass die Frankfurter öfter überlegen (8 mal) als unterlegen (6 mal) waren. Allerdings wurden aus Spielen in denen man besser benotet wurde auch bis auf einmal (Hoffenheim Auswärts) immer Siege eingefahren. Die Eintracht hätte somit 2 Punkte mehr holen müssen, doch die deutliche Überlegenheit in Hoffenheim konnte nicht in Punkte umgemünzt werden.

Dem steht entgegen, dass die Eintracht bis auf das Spiel in Köln alle Spiele, in denen sie schlechter benotet wurde, auch verloren hat. Der Punkt gegen Köln ist somit unverdient.

Bei einem Notenunterschied von weniger als 0,25 Notenpunkten spielte Frankfurt stets unentschieden.

Die Tabellensituation und die Punktzahl sind keineswegs glücklich und unverdient. Bereinigt müsste die Eintracht sogar einen Zähler mehr auf dem Konto aufweisen und wäre somit punktgleich mit Werder Bremen auf Platz 7.

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