Feb 25

Angeregt durch das tolle Interview von Pleitegeiger im Blog von Kid Klappergass habe ich mir vorgenommen, ab nun zu jedem Spieltag einen Blogger des kommenden Eintracht-Gegners zu verhören.

Den Anfang macht Marcel vom Brustring-Team, seines Zeichens Fan des VfB Stuttgart. Über Barcelona und Frankfurt, Nationalspieler und solche die es werden wollen, über Ambitionen und Abgewanderte.

Vor einigen Wochen wurde in Stuttgart noch laut vom Abstiegskampf gesprochen. Mit 31 Punkten hat der VfB nun bereits 14 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Traust du deinem Club zu, noch einmal einen Angriff auf die internationalen Plätze zu starten?

Ganz klare Antwort: Nein. Die Möglichkeit, wirklich eine realistische Chance auf die EuropaLeague-Plätze zu haben, hat sich der VfB leider versaut mit der Niederlage gegen den HSVan Nistelrooy. Mit einem Sieg dort hätte man den Rückstand auf 5 Punkte eindampfen können und damit wäre noch was möglich gewesen. So aber sind es nun 8 Punkte auf Dortmund und 9 auf Hamburg, was meines Erachtens zu viel ist, da beide Teams doch stabil genug dafür sind. Zumal dann eben zwischen uns und Platz 5 eben auch noch drei weitere Teams liegen mit Mainz, Euch und natürlich vor allem den Bremern. Unsere Saison ist im Grunde mehr oder weniger zuende.


Khedira, Träsch, Cacau, Tasci. Vier Stuttgarter Spieler stehen im Blickfeld von Nationalcoach Jogi Löw. Wie siehst du ihre Chancen für Südafrika?

Bleibt Khedira weitestgehend verletzungsfrei, dann wird er ohne Wenn und Aber bei der WM dabei sein. Er ist unser bester Spieler und gehört jetzt schon auf seiner Position zu den Besten in Deutschland. Ob er von Beginn an spielen wird, hängt mit Sicherheit in erster Linie davon ab, wie Löw plant, Schweinsteiger einzusetzen. Tasci ist im Grunde auch sehr sicher dabei, auch wenn er ab und an nicht ganz sicher aussieht. Zuletzt hat er sich aber wieder stabilisiert. Von Träsch halte ich auch sehr, sehr viel, allerdings glaube ich nicht, dass er jetzt schon eine Rolle in der Nationalelf spielen wird. Dank seiner Flexibilität könnte ich mir aber gut vorstellen, dass Löw ihn nominieren wird. Schließlich kann er in der Abwehr im Grunde alles spielen, hat sich im defensiven Mittelfeld nun etabliert (mit teils glänzenden Leistungen) und wurde bei uns sogar schon im rechten Mittelfeld eingesetzt. Cacau wird nur dann ernsthaft in Erwägung gezogen, wenn er eine Sahnerückrunde spielt – allerdings bin ich mir nicht mal sicher, dass er von Gross jetzt durchgängig wieder in der Startelf eingesetzt wird.


Am Dienstag spielte der VfB in der Champions League gegen den großen FC Barcelona. Wie schwierig ist es, nun wieder auf normalen Bundesligabetrieb umzuschalten?

Tja, das ist eine sehr gute Frage. Gemeinhin sagt man ja, dass es Spielern oftmals schwierig fällt, diesen Schalter zu finden – besonders natürlich, wenn man gegen die beste Vereinsmannschaft der Welt angetreten ist. Aber ich habe doch relativ großes Vertrauen, dass es Gross gelingen wird, die Spieler für das Duell mit Frankfurt zu motivieren. Ohnehin war die Sprachregelung der letzten Wochen bei den VfB-Oberen immer so, dass das CL-Spiel eigentlich völlig unwichtig ist und einzig und allein der Kampf gegen den Abstieg Priorität genießt. Zugegeben, das dürfte sich jetzt mit dem Sieg gegen Köln endgültig erledigt haben, aber es zeigt doch, dass man beim VfB derzeit halbwegs realistisch mit der Situation umgeht.


Seit Christian Gross Trainer in Stuttgart ist, hat er eigentlich immer auf das Sturmduo Marica/Pogrebnyak gebaut. Nun hat Cacau für den gesperrten Marica gespielt und seine Chance eindrucksvoll genutzt und gezeigt, dass an ihm kein Weg vorbeiführt. Wen würdest du am Samstag aufstellen?

In Anbetracht des Momentums, das Cacau dank vier Treffern gegen Köln derzeit auf seiner hat, würde ich natürlich eindeutig für ihn plädieren. Zumal Marica insgesamt von uns doch eher kritisch beäugt wird. Allerdings hat Gross von seinem Kader immer sehr klare Vorstellungen und hat auch kein Problem damit, eigentlich starke Spieler auf die Bank zu setzen, wenn er das Team so besser aufgestellt sieht. Als Beispiel wäre da zum Beispiel Kuzmanovic zu nennen, der eigentlich stark ist und problemlos an der Seite von Khedira im Mittelfeld spielen könnte, während Träsch dann als Rechtsverteidiger für den defensiv noch nicht überzeugenden Celozzi spielen könnte. Doch Gross bleibt weiterhin bei seiner Stammformation. Eine Rolle wird aber natürlich auch spielen, wer gegen Barca spielt – und wie die Leistungen dort sind.


Im Hinspiel in Frankfurt erzielte Thomas Hitzlsperger seinen bisher einzigen Saisontreffer. Nun drückt der die Bank bei Lazio Rom. Wie schätzt du die WM-Chancen des „Hammers“ ein?

Da ich Hitzlsperger sehr schätze und ihn gerne weiter bei Stuttgart gesehen hätte (wenngleich ich seine Entscheidung für einen Wechsel absolut nachvollziehen kann), würde ich mir natürlich wünschen, dass er sich in Rom durchsetzen kann und damit seine Chancen auf die WM sichert. Große Hoffnungen, soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann, mache ich mir nach dem miesen Start aber eher nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass er, in Anbetracht der Verletzung von Rolfes und der Ausbootung von Frings, letztlich doch von Löw mitgenommen wird.


Der Heimniederlage gegen Hamburg folgte letzte Woche ein imposanter Sieg beim 1. FC Köln. Warum können die Schwaben deiner Meinung nach diese Serie gegen Frankfurt fortsetzen?

Einfach gesagt: Weil wir besser sind. =) Etwas ausführlicher geantwortet: Weil ich denke, dass Eure Offensive insgesamt nicht schlagkräftig genug ist, um uns mehr als ein Tor einzuschenken. Vermutlich Franz oder so nach einer Standardsituation. Und das wird nicht reichen, da wir sicherlich mehr als dieses eine Tor erzielen werden. Es werden garantiert nicht wieder 5 Tore und auch insgesamt wird es vermutlich ein verhältnismäßig enges Spiel über weite Strecken, aber gegen Ende werden wir uns mit unserer Qualität durchsetzen, da auch die Mannschaft wieder an sich glaubt und nicht mehr, wie in der Hinrunde noch, anfängt an sich zu zweifeln, sollte es mal nicht direkt klappen.


Letzendlich: Was ist dein Tipp für Samstag?

Basierend auf dem, was ich gerade geschrieben habe, tippe ich auf ein 3:1 Heimsieg, wobei das dritte Tor erst irgendwann in der Schlussviertelstunde fallen wird.


Vielen Dank an Marcel für die Zeit, die er sich genommen hat. Im Gegenzug bin ich im ebenfalls Rede und Antwort gestanden. Das Ergebnis seht ihr hier.

seren Zitat beginnen? Bestimmt nicht. Vor allem, wenn die Überschrift zum zitierten Beitrag auch noch “Mein erstes Mal mit der alten Dame” lautet. Aber halt, scrollt doch nicht weg! Das
Feb 22

Hallenfußball, Kreisklassenfußball, internationaler Fußball. Beim Tor der Woche war ja schon fast alles vertreten. Diese Woche aber gibt es ein Tor aus der Kategorie “virtueller Fußball”. Da ich selbst gerne PES 2010 Spiele, bevorzugt mit Deutschland, hat mir dieses Tor immens imponiert und verdient es, hier vorgestellt zu werden.

Feb 21

Nunja, ein Punkt in Hamburg. Es gibt Schlimmeres. Auch wenn Hamburg ohne Ruud van Nistelrooy ja nur halb so stark war wie letzte Woche in Stuttgart. Hätte man mir vor dem Spiel einen Punkt angeboten, hätte ich sofort eingeschlagen und mich diebisch über diesen Wahnsinnsdeal gefreut. Aber jetzt schwebe ich irgendwo zwischen optimistisch, zufrieden und doch enttäuscht.

Hamburg war ohne Elia und “Van the Man” erschreckend schwach nach vorne. Zwei wirkliche Torchancen. Das ist für eine Heimmannschaft, die sich für den europäischen Wettbewerb qualifizieren möchte, doch recht wenig. Dazu kommt, dass die Eintracht in der zweiten Halbzeit doch echt richtig gut mitspielte, teilweise sogar feldüberlegen war. Und irgendwie hatte man die ganze Zeit die Hoffnung, dass da vorne noch einer rein rutschen könnte.

Nun steht man da, 35 Punkte auf dem Konto. Das ist jetzt schon einer mehr als nach dem 34. Spieltag der letzten Saison. Und eigentlich müsste man hochzufrieden sein. Aber irgendwie bin ich das nicht. Als Eintracht-Fan ist man verwöhnt. Nicht mit Erfolg, aber mit Spannung. Jedes Jahr muss man mindestens bis zum 32. Spieltag bangen und hoffen, um dann am Ende den Klassenerhalt feiern zu können. Diese Saison sieht irgendwie nach der Holzmedaille aus. Es riecht verdächtig nach Platz 6-9. Eigentlich ein klasse Ergebnis, aber das ist ein vierter Platz bei olympischen Spielen ja auch. Und trotzdem steht man am Ende mit leeren Händen da.

Nächste Woche geht es dann nach Stuttgart. Und die Vorzeichen stehen genauso wie vor dem Spiel in Hamburg. Auch Stuttgart hat mit dem wiedererstarkten Cacau einen Stürmer in Topform. Wie einst Bart Goor erzielte er vier Treffer beim 1. FC Köln. Nunja, nicht ganz. Bart Goor schnürte seinen doppelten Doppelpack damals gegen, genau, Hamburg. Wie der HSV spielt auch Stuttgart in der Woche vor dem Spiel gegen Frankfurt international. Und zwar gegen niemand geringeren als den FC Barcelona.

Auf jeden Fall ist dieses Spiel für beide Teams richtungsweisend. Ein Unentschieden hilft beiden Teams wenig. Für die Eintracht wäre ein Sieg ein richtiger Big Point, da man so wieder den Anschluss an die vorderen Plätze herstellen könnte. Angenommen Hamburg verliert in München. Stuttgart würde mit einem Sieg vollends dem Abstiegskampf entfliehen und würde bis auf einen Punkt an Frankfurt heran rücken.

Die Eintracht hat keines der letzten fünf Auswärtsspiele verloren. Wie soll ich die Chancen in Stuttgart nun einordnen? Gut? Schlecht? Mittel? Ich kann es irgendwie nicht sagen. Aber zwei Dinge weiß ich sicher:

1. Irgendwie hätte ich nächsten Samstag mehr Angst vor Bart Goor als vor Jeronimo Barreto Claudemir da Silva.
2. Sollte mich im Laufe der Woche jemand anrufen und mir einen Punkt in Stuttgart anbieten, werde ich einschlagen und mich diebisch über den Wahnsinnsdeal freuen.

Feb 16

Das Thema Schiedsrichter ist spätestens seit der Amarell-Affäre wieder in aller Munde. Doch meiner Meinung nach wird viel zu wenig über die Leistung der Unparteiischen auf dem Platz berichtet. Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber es scheint als würden die Bundesligaschiedsrichter diese Saison regelmäßig richtige Blackouts haben. Das beste aktuelle Beispiel ist Florian Meyer, der am Freitag ein klares Foulspiel von Karim Matmour am Nürnberger Torwart nicht ahndete, und somit den Weg zum Gladbacher Sieg ebnete.

Doch ist Meyer diese Saison noch einer der Besseren. Was ich mir schlichtweg nicht erklären kann ist, warum Babak Rafati Bundesligapartien leiten darf. Mangelndes Fingerspitzengefühl und übermäßig autoritäres Auftreten (In der Kreisklasse würde man sagen: “Der hat daheim nix zu melden!”) sind nur die kleinsten Probleme. Bereits vier(!) spielentscheidende, krasse Fehlentscheidungen hat der Iran-Deutsche diese Saison gefällt. Angefangen am 1. Spieltag, als ein klares Tor von Hoffenheims Verteidiger Joe Simunic fälschlicherweise nicht gegeben wurde, bis hin zum – sogar durch die schwarz-roteste Vereinsbrille – lächerlichen Freistoßpfiff am letzten Sonntag, der schließlich zum 1:1 Ausgleich durch Köhler führte. Glück für Frankfurt, dass Rafatis Aussetzer dieses mal zu ihren Gunsten ausfiel. Folgendes Bild aus dem Eintracht-Forum, welches übrigens bereits vor dem Spiel erschienen ist, sagt alles:

Babak Rafati wurde 2008 und 2009 in einer Abstimmung unter allen Bundesliga-Profis zum schlechtesten Schiedsrichter der Saison gewählt. Ergebnisse, die dem DFB vielleicht zu denken geben sollten. Vielleicht sollte man darüber nachdenken jungen, aufstrebenden Schiedsrichtern eine Chance zu geben, auch wenn sie nicht mit Manfred Amarell…ach nein, das wollte ich ja lassen. Oder man könnte Zweitliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus eine Bewährungschance geben. Oder eine Kiste Bier mit Pfeife, Uhr und Karten ausrüsten und in den Mittelkreis stellen. Aber bitte bitte: No quiero más Rafati-Party.

Eine kleine, ironische Randnotiz sei mir noch erlaubt: Rafati “erbte” 2008 den freien FIFA-Platz von Dr. Markus Merk, dem wohl besten deutschen Schiedsrichter aller Zeiten. Das bedeutet, dass er theoretisch jedes Spiel der Welt leiten dürfte. Champions League, Länderspiele und sogar ein WM-Spiel. Das muss man sich mal rein tun.

Feb 15

Neuer Montag, neues Traumtor. Da ich seit gestern wieder auf einem “Ich liebe meine Eintracht”-Trip bin, kommt an dieser Stelle ein Tor von einem der Besten, den Frankfurt je hatte. Auch wenn er es leider im falschen Trikot erzielt hat.

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