Mrz 30

Also jetzt mal ehrlich. So ganz unter uns. Was da diese Woche in der Liga ablief und teilweise immernoch abläuft kann doch wirklich kein Mensch mehr ernst nehmen oder?

In Berlin fällt ein Tor, das eines ist, oder vielleicht auch nicht, das aber auf keinen Fall zählt. Häh? Diesmal scheitert es nicht daran, dass Gekas mit dem überstehenden Fußnagel des großen Zehs im Abseits steht oder daran, dass im Ball kein kleiner Besserwisserchip eingebaut ist, der dem Schiri sagt ob der Ball jetzt drin war oder nicht. Nein. Diesmal scheitert es einfach nur an der Regel. Ist Gekas aktiv? Beeinflusst er Santana? Spielt dieser den Ball gezielt zurück? Blablabla…jetzt mal ehrlich: wie dämlich kann eine Regel eigentlich sein? Bitte einfach abschaffen. Danke.

In Bremen gibt es den lächerlisten Platzverweis seit Hasan “Brazzo” Salihamidzic. Mit einem kleinen Unterschied. Im Fall “Brazzo” gab der Schiedsrichter zu, dass er Bockmist verzapft hatte. Das Sportgericht setzte sich über die “Mindestens-ein-Spiel-Sperre”-Regel hinweg, und der Bosnier konnte im nächsten Spiel wieder auflaufen. Torsten Frings hat dieses Glück nicht gehabt. Dank einer höchstens schauspielerisch wertvollen Einlage des Kollegen Broich muss er nun beim Endspiel im den internationalen Wettbewerb in Dortmund zuschauen. Kein Wunder, dass Jogi Löw ihn aussortiert hat. Wer ständig zu unrecht gesperrt wird (Argentinien 2006), den kann man einfach nicht gebrauchen. Lächerlich.

Kevin Kuranyi 2:0 Bayer Leverkusen. “Nutella” wie meine Freunde und ich ihn unliebevoll nennen, erzielt seine Saisontore Nummer 16 und 17 und ballert Schalke an die Tabellenspitze. Die Rufe nach einer Begnadigung des Ex-Nationalspielers werden immer lauter. Selbst Martin Max, der König unter den Nicht-Nominierten-Torjägern, sagt: “Ich würde ihn mitnehmen.”. Auch die Schalker Fans machten ihrem Frust über diese Personalentscheidung lauthals Luft. “Jooogi mach die Augen auf”, sangen sie während des Topspiels, bei dem der Bundestrainer högschdpersönlich auf der Tribüne saß. Ich mag Schalke nicht. Ich mag Kevin Kuranyi nicht (der Kollege Baade übrigens auch nicht). Aber es gibt im Fußball nunmal nur eine gültige Währung: Tore. Deshalb schließe ich mich dem königsblauen Anhang an. Jooooogi mach die Augen auf.

Mrz 30

Zwei Siege in Folge. Endlich hat die Eintracht mal wieder eine Serie gestartet. Und jeder in der Mainmetropole war oder ist der Meinung, dass auch die stark angeschlagenen Pillendreher aus Leverkusen gepackt werden können.

Heute lese ich auf www.eintracht.de die folgende Meldung:

“Beim heutigen Vormittagstraining stießen Chris und Primin Schwegler bei einem Kopfballduell mit den Köpfen zusammen. Das Training musste beendet werden und die beiden Akteure wurden zur Untersuchung in die BG-Unfallklinik gebracht. Es stellte sich heraus, dass sich der Brasilianer Chris eine Verstauchung der Halswirbelsäule zugezogen hat. Laut Mannschaftsarzt Dr. Matthias Feld könnte Chris eventuell am Donnerstag wieder mit der Mannschaft trainieren.

Bei Pirmin Schwegler diagnostizierten die Ärzte eine Gehirnerschütterung sowie eine Jochbogenprellung. Der Schweizer bleibt über Nacht in der Klinik zur Überwachung. Sein Einsatz am Samstag gegen seinen ehemaligen Club ist fraglich.

Nicht nur dass Schwegler und Chris in meinen Augen die Hauptverantwortlichen für den positiven Saisonverlauf sind, nein, sie sind auch die absoluten Stützen in der Defensive. Und nun kommt diese Meldung ausgerechnet vor dem Spiel gegen die Leverkusener Tormaschine. 56 Treffer. Nur Bremen war öfter erfolgreich.

Sicher kann man nun mit dem Leverkusen-Dauerbrenner-Argument kommen: Es ist Rückrunde. Aber taumelde Boxer sind bekanntlich die gefährlichsten. Und für Leverkusen geht es um die Wurst. Ein Sieg in Frankfurt ist Pflicht wenn man die CL-Quali sichern will. Zumal sich Schalke und Bayern die Punkte gegenseitig nehmen werden und der kommende Samstag eine Chane bietet, wieder ein wenig aufzuholen. Die letzte Chance quasi.

Bedenkt man diese Ausgangssituation, rechne ich gegen Bayer mit einer Niederlage. Wohl nicht so eine Demonstration wie im peinlichen Hinspiel, aber ein 0:2 oder 1:2 wird es denke ich werden. Parallel dazu wird Hamburg sich zu Hause gegen Hannover den Frust von der Seele ballern und die 96er so richtig “herspielen” (glaube das copyright auf dieses Wort liegt bei @karummms).

Dann wären es wieder sechs Punkte bis Europa. Nicht machbar. Deshalb liebe Eintracht-Fans: Europaleague abhaken, dann werdet ihr schon nicht enttäuscht. Die Eintracht ist noch nicht reif fürs internationale Geschäft. Die Saison ist vorbei. Am Ende wirds irgfendwas zwischen Platz acht und Platz zehn. Das wars dann wohl.

Mrz 16

Leider ein unbekannter Schütze. Doch das macht das Tor nicht minder sehenswert.

Mrz 15

Eigentlich gibt es Sonntag Abends ja den obligatorischen Eintrag über das Spiel der Eintracht vom Wochenende, aber diese Woche gibts da irgendwie nicht viel zu sagen. Könnte erstens daran liegen, dass ich es nur in der Konferenz gesehen habe und zweitens den Grund haben, dass es diesen Spieltag doch viel wichtigere Dinge gab.

The one and only Feuerwehrmann

Da wäre zunächst natürlich das Thema Hertha. Nicht sportlich. Also auch. Aber das ist ja altbekannt. Die Hertha will, versucht, macht, scheitert. Angelos Charisteas schießt sie schließlich mit seinem gefühlt ersten Tor seit der EM 2004 endgültig in die zweite Liga. Praktisch gesehen. Natürlich kann man vor allem an den letzten drei Spieltagen gegen Schalke, Leverkusen und die Bayern noch punkten. Nicht.

Viel schlimmer ist, was nach dem Spiel passiert ist. Gesehen hat es wohl jeder, deswegen kann ich mir diese Ausführungen ja sparen. Die Frage die sich die echten Fans und vor allem die Hertha – hoffentlich – nun stellen ist: was tun? Stadionverbote per Videoanalyse? Geisterspiele bis Ende der Saison? Klingt irgendwie alles nicht so wirklich wie eine echte Alternative. Circa 200 Vermummte binnen der nächsten zwei Wochen zu identifizieren und mit – hoffentlichen lebenslangen – Stadionverboten zu belegen dürfte einige Nachtschichten erfordern. Auf der anderen Seite würde man mit einem Ausschluss der Fans auch die “echten” Fans treffen, die nun wahrlich nichts für das Geschehene können.

Wie auch immer der DFB und die Hetha entscheiden, es gibt keine Optimallösung. A propos Lösung: Friedhelm Funkel war auch nicht die erhoffte Lösung auf die sportlichen Probleme. Trotz neuem Spielermaterials hat er es nicht fertig gebracht die Hertha vor dem Abstieg zu retten. Laut Berliner Morgenpost steht er unmittelbar vor seiner Entlassung. Und wer machts dann? Preetz? Rekord-Dardai? Neururer? Will Berlin auch nur eine kleine Chance auf den theoretisch noch möglichen Klassenerhalt haben, gibt es nur eine Antwort auf diese Frage: Jörg “The Feuerwehrmann” Berger.

Die Robben fliegen hoch – es wird Frühling

Zudem scheint mir mittlerweile doch Arjen Robben auch mal erwähnenswert. Auch wenn man mit diesem Prädikat vorsichtig umgehen sollte, möchte ich das einfach mal weltklasse nennen. Nicht wie er gespielt hat. Das war kreisklasse. So wie alle Bayern in den ersten 70 Minuten. Aber mit welcher Selbstverständlichkeit er den Freistoß zum 1:1 versenkte und die Art und Weise wie er den Elfmeter schoss, als würde es um rein gar nichts gehen, haben mir imponiert.

Und jetzt mal ohne Flachs: der Kerl liegt nur sechs Treffer hinter Stefan Kießling. Da ist doch kanonentechnisch noch alles drin. Ich glaube der Junge kann was. Sollte man mal im Auge behalten.

Adler Sturzflug

Seit Jahren hört man ja nichts anderes als dass “Deutschland auf der Torwartposition nie ein Problem haben wird.”. Seit Jahren war ich damit auch d’accord. Aber nun irgendwie nicht mehr so bedingunslos wie damals. Adler ist die Nummer Eins für Südafrika. Und seit eben das offiziell ist benimmt er sich, als wäre er die englische Nummer Eins für Südafrika. Drei Böcke in vier Wochen. Dahinter lauern ein immer stärker werdender Tim Wiese und Manuel Neuer, der seit, seit, seit, ja seit wann eigentlich konstant gut hält?

Ich glaube, dass die Herren Löw und Co. diese Entscheidung nochmal überdenken sollten. Allerdings ist ja weitläufig bekannt, wie sehr Jogi dazu in der Lage ist, Fehler zuzugeben und Entscheidungen zu revidieren. Gar nicht.

Unter den Blinden ist der Einäugige König

And the Oscar goes to: Hannover 96. Der Preis für den besten Einäugigen des 26. Spieltags. Klar, Nürnberg hat gepunktet. Aber alles in allem heißt der Gewinner doch Hannover. Drei Punkte die sicherlich vor drei Wochen noch so wahrscheinlich waren wie ein Wechsel von Jörg Berger zu Hertha BSC. Und plötzlich stehst du auf dem Relegationsplatz, drei Punkte vor Freiburg. Und das trotz der längsten Niederlagenserie in der Bundesliga seit TeBe Berlin.

Iron Maik, Treter Teber und Orientierungs Ochs sei dank. Letzterer unterläuft eine Flanke vor dem 0:1 und die anderen beiden lassen sich nach einer Volleyball- bzw. Streetfighter II-Einlage vom Platz stellen. Schade, dass die Außenmikrofone von SKY so leise waren, sonst hätte man sicher Maiks “Hayuuuuket”-Schrei gehört, als er seine Stollen ninjaartig in dem am Boden liegenden Christian Schulz versenkte.

Fakt ist, dass die drei Herren nun im nächsten Spiel fehlen. Naja, ist ja nur der FC Bayern. Das Duell des schnellsten Außenstürmers der Bundesliga gegen den langsamsten Außenverteidiger östlich des Mississippi. Man rechnet in Frankfurt mit dem was man am Ende haben wird: nichts.

A propos “am Ende haben”. Die Eintracht steht im Moment auf Platz zehn. Da eine zehn aus zwei Ziffern besteht ist das kein einstelliger Tabellenplatz. Acht Spiele bleiben. Die Eintracht sollte lieber mal anfangen eine Eintracht-Rückrunde zu spielen. Keine Leverkusen-Rückrunde.

Es bleibt abzuwarten was die Schlussphase der Saison bringt. Sowohl der Hertha, als auch den Bayern, René Adler und der Eintracht. Acht Spieltage gibt es noch. Das sind 24 Punkte. Damit würde die Hertha sogar noch den Klassenerhalt packen. Aber nur mit Jörg Berger.

(Bilder: sportschau.de)

Mrz 11

Auch diese Woche hat sich wieder ein Blogger zur Verfügung gestellt um mir zu seinem Verein Rede und Antwort zu stehen. Diesmal ist es Nils von dem Fanmagazin. Über Tremmel und Fromlowitz, Schwarze Serien und über sinnvolle Schnellfeuertransfers.

Das Wichtigste vorweg: Hannover hat seine “Schwarze Serie” endlich beenden können. Geht es jetzt weiter bergauf?

Ich denke, dass der Sieg in Freiburg noch viel mehr wert war als nur die existenziell wichtigen drei Punkte. Ein Sieg in einem derart wichtigen Spiel, dazu noch auswärts, hat großes Potenzial, wieder für ein selbstbewussteres Auftreten zu sorgen. Und daran mangelte es den Spielern zuletzt ganz offensichtlich. Darin lag in meinen Augen der Hauptgrund für die Krise. Abgesehen davon kann es für Hannover 96 ja nur noch bergauf gehen, denn schlechter als zuletzt war es ja tabellentechnisch kaum noch möglich.

In der Winterpause wurde laut über eine Verpflichtung von Gerhard Tremmel nachgedacht. Viele Fans sahen das als Zeichen des Mistrauens gegenüber Florian Fromlowitz. Wie siehst du das?

Es ist ganz klar ein Zeichen des Misstrauens, da gibt es meines Erachtens kaum eine andere Interpretationsmöglichkeit. Allerdings halte ich es auch für legitim, dass ein Verein sich auf jeder Position verstärken will. Und Florian Fromlowitz ist zwar ein guter Torhüter, aber auch er ist nicht frei von Fehlern. Fragwürdig finde ich bei dieser angepeilten Verpflichtung allerdings zum einen, dass ich Gerhard Tremmel nicht für besser halte und noch viel mehr, dass das ganze öffentlich wurde. Das sind die großen Kritikpunkte.

Bleiben wir beim Thema Transfers. In der Winterpause schlug Hannover kräftig zu und holte mit Elson und Arouna Koné echte Hochkaräter. Eine sinnvolle Verstärkung oder doch ein wenig zu überstürzte Transfers?

Klar sind es Transfers, die unter großem Handlungsdruck und sehr kurzfristig zustande kamen. Und eigentlich waren derartige Transfers auch nicht im Budget vorgesehen. Dennoch sind diese kurzfristigen Transfers keine wirkungslosen Schnellschüsse, sondern Hannover 96 hat sich mit den beiden Spielern wirklich verstärken können.

Hannover hat bereits den dritten Trainer in dieser Saison. Und der hat erst 3 Punkte geholt. Wie sicher sitzt Mirko Slomka in seinem Stuhl?

Im Falle einer Niederlage in Freiburg, so wurde spekuliert, wäre durchaus ein weiterer Trainerwechsel möglich gewesen. Aber das sind wie gesagt reine Spekulationen. Dass Mirko Slomka sicher in seinem Stuhl sitzt, würde ich nicht sagen, aber einen weiteren Trainerwechsel halte ich dennoch eher für unrealistisch. Mitunter auch auf Grund der angespannten Finanzen, denn Präsident Martin Kind betont immer wieder, dass Hannover 96 über seine Verhältnisse lebt. Und in dieser Saison war das mit den ungeplanten Spielerneuverpflichtungen und Trainerwechseln ganz besonders extrem der Fall. Zudem haben die beiden bisherigen Trainerwechsel kaum eine Wirkung gezeigt, sodass ich davon ausgehe, dass auch seitens der Vereinsführung keine allzu große Hoffnungen mehr in einen Trainerwechsel gesetzt würden. Aber möglich ist natürlich alles. Insbesondere bei Hannover 96 und ganz besonders in dieser Saison.

Schließlich noch einen Ergebnistipp für das Wochenende?

2:1 für Hannover 96.

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