Apr 28

01. Nie aufgeben.
02. Rennen.
03. Immer weiter machen.
04. Keinen Ball verloren geben.
05. Immer nachsetzen.
06. Noch mehr rennen.
07. Mannschaftsdienlich sein.
08. Mit Leistung überzeugen statt mit Worten.
09. Wichtige Tore schießen.
10. Rennen.

Das sind die zehn Gebote. Die 10 Gebote des Ivica Olic. Und so treu wie er die gestern Abend befolgt hat, hat er sich seinen Platz im Fußball-Paradies sicher schon verdient.

Der Duracell-Hase, der Dauerläufer, der Knipser. Mario Gomez sagte in einem Interview mal über ihn: “Manchmal steht er neben mir und ich denke: ‘Ach du Scheiße, jetzt fällt er gleich tot um.’. Aber kaum denke ich das, rennt er los und sprintet 40 Meter über den Platz.”.

Wenn irgendwelche Journalisten meinen, sie müssten neue Wörter erfinden, um das Spiel des Lionel Messi zu bezeichnen, dann hat Ivica Olic genau das verdient. Er spielt nicht spektakulär, er ist technisch lange nicht so versiert wie der kleine Argentinier, aber er spielt nach den zehn Geboten des Ivica Olic.

Gestern waren keine drei Minuten gespielt, als der Kroate einem viel zu langen Ball nachsetzte, Cris in Bedrängnis brachte, den Ball in die Mitte spielte und somit mustergültig die erste 100%ige Torchance durch Thomas Müller auflegte. Ein typischer Olic. Kein Stürmer der Bundesliga, wahrscheinlich kein Stürmer der Welt, wäre diesem Ball ins Nirgendwo so hinterher gerannt. Wirklich keiner.

Ich wünsche mir jedes Mal, wenn die Bayern in der Champions League spielen, dass van Gaal seinen Torjäger in der 90. Minute auswechselt. Sat1 blendet bei ausgewechselten Spielern immer die Laufleistung ein. Leider wurde mir dieser Gefallen bisher noch nicht getan. Aber ich bin gerne bereit, Tipps und Wetten anzunehmen. Locker mehr als zwölf Kilometer.

Seine drei Treffer am gestrigen Abend bringen ihm endlich die Aufmerksamheit, die er in diesen Wochen verdient. Was viele nämlich gar nicht wissen: “Ivica” ist kroatisch und bedeutet “Mann, der die wichtigen Tore schießt”. Daheim gegen Manchester, in Manchester, bereits im letzten Gruppenspiel in Turin war er es, der das 1:1 besorgte. Gegen Hannover brach er mit seinem 1:0 den Bann und stieß das Tor zum Schützenfest weit auf.

Vor der Saison waren die Experten sich großteils einig: Mario Gomez würde diese Saison an der 30-Tore-Marke kratzen. 35 Millionen hatten die Bayern an Stuttgart überwiesen. Kostenpunkt für Olic: Null Euro, ein bisschen Gehalt und einmal pro Woche 4,99€ für ein Päckchen Duracell-AA-Batterien. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, was der Ex-Hamburger schon wieder eingebracht hat. Mario Gomez hingegen bleibt den Beweis seiner Klasse in München weiterhin schuldig.

Weiter verdeutlicht wird dies an der unfassbaren Beliebtheit von Olic. Während Gomez oder Klose gerne mal ausgepfiffen wurden, habe ich noch kein Spiel erlebt, in dem Olic nicht mit Sprechchören gefeiert wurde. Selbst wenn er einen unglücklichen Tag hat und kein Tor schießt. Er gibt alles. Er befolgt seine höchsteigenen zehn Gebote. Und dafür lieben ihn die Fans. Ein Arbeiter. Einer der sich für nichts zu schade ist. Einer, dem es egal ist wer das Tor macht, hauptsache der Ball rollt irgendwie über diese Torlinie. Beim 2:1 auf Schalke bereitete er das 2:0 genau so vor. Einen Sprint in die Gasse, den Ball quer auf Müller, 2:0. Sicher ist es leicht das zu behaupten, aber ich glaube ein Gomez hätte versucht ihn selbst zu machen und wäre an Neuer gescheitert. Ein Klose hätte den Querpass versucht und in den Rücken von Müller gespielt.

Dieser Olic ist mehr wert als die Bayern ihm bezahlen. Und das wissen sie. Der Bloggerkollege Breitnigge, seines Zeichens Bayernfan, behauptet, dass die Verpflichtun von Olic “neben dem Robben-Transfer [..] die beste Tat des FC Bayern der letzten 10-20 Jahre war.”

Ich habe die Transfers der Bayern der letzten 20 Jahre leider nicht im Kopf. Aber ich glaube schon, dass man Ivica Olic in einem Atemzug nennen kann mit Arjen Robben oder Franck Ribery. Mit Luca Toni oder Giovane Elber. Und um die Frage des Sat1 Reporters von gestern Abend noch einmal aufzugreifen: “Was heißt eigentlich ‘Gerd Müller’ auf kroatisch?”.

Apr 27

Samstag, 24.04.2010, 7.30 Uhr(!). Ich quäle mich aus dem Bett. Samstags. Irgendwie kann ich das selbst nicht glauben. Aber was tut man nicht alles für seine große Liebe. Duschen, an der Trinkhalle ein paar Bier kaufen und ab zur U-Bahn. Punkt 8.00 Uhr Treffpunkt hieß es. Der Kollege ist natürlich noch nicht da. Und so fahre ich alleine richtung Willy-Brandt-Platz und Mainufer, wo die “Wappen von Frankfurt” darauf wartet, mit 350 Eintracht-Fans beladen zu werden und gen Mainz zu fahren.

Um 9.30 legt der Kahn ab. An Bord sind unmenschliche Massen Bier. So viel können 350 Menschen gar nicht trinken. Glaubte ich zumindest. Aber ich sollte eines besseren belehrt werden. Mit zwei Stühlen auf dem Sonnendeck lassen wir uns es gut gehen. Es ist erst die zweite Auswärtsfahrt der Saison. Die erste war Offenbach. Unter Sicherheitsstufe eins machen wir es eben nicht.

Auf sämtlichen Brücken zwischen Frankfurt und Mainz stehen Eintracht-Fans und schwenken ihre Fahnen. “Bringt uns bloß drei Punkte mit nach Hause!” rufen sie einem zu, als wäre man Alex Meier oder Marco Russ höchstpersönlich. Es hat alles ein bisschen den Anschein als wäre man auf einer Mission. Mission Auswärtssieg. Mission Derbysieg. Mission Mainz.

In Mainz gehen ein paar Stühle und ein Bistrotisch über Bord. Alles einkalkulierte Opfer. Von den insgesamt drei Schiffen machen zwei sofort fest. Wir müssen warten, bis alle anderen abtransportiert sind. Sonderbehandlung. Sicherheitsstufe eins. Geschätzte 200 Polizisten warten alleine am Mainufer. Von den Hundertschaften im und um das Stadion herum ganz zu schweigen. Wir verlassen das Schiff und werden in einen Bus gesetzt der uns “direkt zum Stadion” bringen soll. Denkste.

An der ersten Ampel macht der Bus Halt, öffnet seine Türen und der Fahrer wirft ein fröhliches “Allemann raus hier!” in die Runde. Gutgläubig steigen wir aus. 40 Sekunden vom Anleger zum Stadion. Die Stadt der wirklich kurzen Wege. Aber das Bruchwegstadion ist weit und breit nicht in Sicht. Ein ortskundiger Fan weiß wo das Stadion ist und wir, eine Gruppe von ca. 20 Fans, folgen ihm. Weniger als eine Minute später sind wir von Polizisten umkreist und werden nach anfänglichen Kommunikationsproblemen (“An eurer Stelle würde ich jetzt die Fresse halten!”) zu einem “Sammelplatz” geführt. Dort warten 50 weitere Fans. Und mindestens genausoviele Ordnungshüter. Auf freundliche Nachfragen wird aggresiv und unfreundlich geantwortet. Die Jungs sind angespannt. Und das lassen sie einen deutlich spüren. Sicherheitsstufe eins eben.

Um 15:10(!) Uhr kommt ein Bus, um uns zum Stadion zu fahren. Wir sind gespannt ob er das genauso gewissenhaft erledigt wie der erste Bus des Tages. Doch nur fünf Minuten später sind wir am Stadion. Direkt vor dem Gästeeingang. Das Gedränge hat seinen Höhepunkt erreicht und wir quetschen uns durch die Traube von Fans, vorbei an den laschen Sicherheitskontrollen (Knöchel nicht abgetasten) in den Stehblock. Genau zum Anstoß sind wir da.

Das Spiel geht super los. Alex Meier hat die Leute von der Brücke ernst genommen, und möchte drei Punkte mit nach Hause bringen. Nach zwanzig Minuten steht es 2:0 Für unsere Eintracht. Die Stimmung ist am Siedepunkt. Kurz vor der Pause verlassen wir den Block, um nicht so ewig für unser alkoholfreies Bier anstehen zu müssen. Noch bevor ich bestellen kann, reißt mich ein lautes “JAAAAAAAAA!!!!!!!” aus meinen wieder aufgekeimten Europapokal-Träumen. Arestide Bancé hat grade das 1:2 gemacht. “Ausgerechnet der Offenbacher Aff!”, tönt mein Kollege und nippt an seinem Bier.

Das denke ich mir auch. Aber okay. Wir sind immernoch vorne. Alles läuft nach Plan. Und ein Punkt reicht uns ja auch noch, um die Vorherrschaft im Rhein-Main-Gebiet zu behaupten. Und als hätte Jan Simak mich denken gehört, macht er in der zweiten Halbzeit das 2:2. Alles wieder auf Anfang. Der halbe Block schimpft auf Oka Nikolov. Erst im Sportstudio sehe ich, dass er absolut schuldlos war. Schuld war er lediglich am Lattentreffer vom Offenbacher Aff. Als das Spiel grade zu verflachen droht, fasst sich Ümit Korkmaz ein Herz. Und trifft mitten ins Herz. Ins Herz der feiernden Mainzer. 3:2 für die Eintracht. Im Block gibt es kein Halten mehr. Die Stimmung hält an bis Arestide Bancé, der übrigens keineswegs aus Burkina Faso stammt, sondern Ivorer ist und lediglich für das Heimatland seiner Mutter spielt, das 3:3 markiert.

Und plötzlich fühlt sich alles an wie eine Niederlage. Geile Schifffahrt, in der Tabelle immer noch vor Mainz, sechs Tore live im Stadion gesehen. Aber alles egal. Der schuldige ist schnell ausgemacht. Alex Meier. “Der muss in der ersten Halbzeit schon das 3:0 machen. Dann sind die Mainzer mausetot!”, orakelt mein Nebenmann. Kann schon sein, aber das ist eben Fußball. Manchmal ist er ein Arschloch.

Alles in allem kann ich mich jedoch nicht beklagen. Zwei Auswärtsfahrten, zweimal drei Auswärtstore geschossen. Eine ordentliche Gaudi während der Anreise und mit 46 Punkten das erklärte Saisonziel erreicht. Gegen Hoffenheim und in Wolfsburg kann ich leider nicht im Stadion sein, und so endet meine Stadionsaison mit einer durchaus schönen Auswärtsfahrt.

An dieser Stelle noch einen herzlichen Dank an Kevin für die Bilder. Und die Gesellschaft. Und die Coke nach dem Spiel.

Apr 16

Die Bundesligasaison 2009/10 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Vereine wie Leverkusen melden bereits erste Neuzugänge für die nächste Saison. Es wird heiß spekuliert ob Kevin Kuranyi nun zu Juve geht oder nicht, und man fragt sich jeden Tag, welcher Verein denn nun die 40 Millionen für Edin Dzeko zahlen wird.

Das ist für die kleine Diva von Main natürlich alles vier bis fünf Nummern zu groß. Bruchhagen hat es mittlerweile zwar geschafft, die Eintracht wirtschaftlich zu sichern, doch große Sprünge sind einfach noch nicht möglich. Und doch muss in der Sommerpause einiges getan werden.

Im Tor sehe ich keinen akuten Handlungsbedarf. Der ewige Oka hat noch Vertrag und mit Fährmann einen jungen Keeper als Backup. Pröll wird wohl gehen. Zimmermanns Zukunft ist noch ungewiss.

In der Abwehr sind wir rechts und in der Mitte ausreichend besetzt. Jung, Ochs und Franz für die rechte Seite, Franz, Chris und Russ für die Mitte. Dazu noch der (hoffentlich) bald wiedergenesene Vasoski. Allerdings muss zur nächsten Saison eindeutig ein neuer Linksverteidiger her. Nicht nur, dass die Vertragsverhandlungen mit Christoph Spycher stocken, man sieht auch immer wieder, wie die Eintracht ins Schwimmen gerät, wenn der Routinier hinten links ausfällt und Benni Köhler seine Position übernehmen muss.

Meine Wunschkandidaten wären entweder Dede, der in Dortmund zwar nicht mehr Stammspieler ist, aber quasi der Mr. Dortmund ist. Realistisch gesehen wird der kaum zu kriegen sein. Ansonsten könnte man sich um eine Verpflichtung von Javier Pinola bemühen. Sollte der “Club” absteigen, wäre eine Verpflichtung hier sicherlich machbar. Als letzter Kandidat fällt mir Heinrich Schmidtgal von RWO ein. Jung, agil und schussstark. Er wäre mein absoluter Wunschkandidat, der sich auch sicher in der Bundesliga durchsetzen würde.

Im Mittelfeld sollte man unbedingt Zlatan Bajramovic los werden. Ständige Verletzungen helfen nunmal keinem weiter. Und Selim Teber weiß auch nicht wirklich zu überzeugen in dieser Saison. Ein Nebenmann für Pirmin Schwegler muss also her. Ein 6er mit richtig Qualität, für den Mann dann auch gerne mal ein bisschen tiefer in die Tasche greifen kann. Bayerns Anatoli Tymoschuk wäre da eine Option, genauso wie Thomas Rincon vom HSV. Beides sehr gute Spieler, die in ihrem Verein allerdings nur in der zweiten oder dritten Reihe stehen.

Im Sturm sollte man alles daran setzen, Halil Altintop dauerhaft von Schalke 04 zu übernehmen. Sollte Ioannis Amanatidis wieder fit werden, ist der Sturm mit Alex Meier als zusätzlicher Option gut besetzt. Falls nicht, muss auch noch ein Stürmer geholt werden. Nach dem (wohl sicheren) Abstieg der Hertha könne man hier vielleicht einen neuen Versuch in Sachen Gekas starten. Auch Sami Allagui von Greuther Fürth könnte wieder ein Thema werden.

Man hat gesehen, dass Skibbe eine gute Mannschaft formen kann, wenn er das entsprechende Material bekommt. Deshalb sollte man nächsten Sommer auch mal ein paar Millionen ausgeben, um ihm diese Spieler zu geben. Das langfristige Ziel der Eintracht muss es schließlich sein, um die internationalen Ränge mitzuspielen. Vielleicht noch nicht nächste oder übernächste Saison, aber in drei bis vier Jahren auf jeden Fall. Und dafür ist nunmal eine stetige Verbesserung des Kaders notwendig.

Apr 14

Die Bayernfans dürfen sich wirklich bedanken. Bei wem? Bei Mainz 05. Wofür? Für die 1:2 Niederlage am Bruchweg am 3. Spieltag dieser Saison. Ohne diese Niederlage hätten die Bayern einen Transfer wohl nicht getätigt: den des Niederländers Arjen Robben.

Amtliche 24.000.000€ legte Bayern München auf den Tisch, um den in Madrid mehr oder minder ausgemusterten Robben zu kaufen. Und machte damit einfach nur alles richtig.

Zunächst wurde er aufgrund seiner Verltzungsanfälligkeit erstmal kritisch beäugt, doch schon eine Woche später gegen Wolfsburg kam, sah und siegte er. Zur Halbzeit eingewechselt erzielte er die beiden Treffer zum 2:0 und 3:0. Jeweils auf Zuspielt von Franck Ribery. Rib und Rob waren geboren.

Dieses Schema zog sich durch den gesamten Rest der Saison. Sowohl in der Liga, als auch in DFB Pokal und Champions League. Der FC Bayern ist immer mehr abhängig von seinem holländischen Flügelstürmer. Wie einst die Eintracht von Okocha, wie die Weltmeisterelf ’54 von Fritz Walter, wie die Kickers von Tsubasa Ozora.

Ich habe mir ein kleines Rechenspiel erlaubt. Wo würden die Bayern ohne Arjen Robbens Tore stehen? Gut, in der Champions League wären sie bereits in Florenz ausgeschieden. Spätestens dann in Manchester. Im DFB Pokal hätten sie gegen Schalke zumindest in ein 11m-Schießen gemusst. Und in der Liga?

Arjen Robben hat bereits 11 Saisontore auf seinem Konto. Gut, darunter sicher auch einige Elfmeter, aber die zählen ja genauso viel. Rechnet man diese 11 Saisontore einfach mal weg, ergibt sich an der Tabellenspitze folgendes Bild:

1. Schalke 04 (58 Punkte)
2. Bayer Leverkusen (56 Punkte)
3. Werder Bremen (52 Punkte)
4. Bayern München (52 Punkte)
5. Borussia Dortmund (52 Punkte)

Und in dieser Rechnung sind Assists, rausgeholte Freistöße und Elfmeter, sowie geschaffte Räume aufgrund der ständigen Bindung von 1-2 Gegenspielern noch gar nicht mitgerechnet.

Während Schalke und Leverkusen also die Meisterschaft unter sich ausmachen, müssten die Bayern sogar noch um die Qualifikation für die Champions League bangen.

Nun kenne ich mich mit Preisgeldern und so weiter nicht besonders aus. Aber ich wage jetzt einfach mal eine Behauptung aufzustellen: Halbfinale statt Achtelfinale der Champions League, Finale statt Halbfinale im DFB Pokal und (vielleicht) Meister statt irgendwas zwischen Platz 3 und 5 in der Liga…dieser Holländer hat die 24 Millionen, die er gekostet hat, locker wieder verdient.

Apr 12

Es war ein ziemlich lauter Knall den ich da am Freitag Abend in meiner Wohnung im Nordwesten Frankfurts gehört habe. Nungut. Dazu muss man auch sagen, dass es mindestens mal 100.000 Frankfurter waren, die in diesem Moment von ihrer Wolke 7 wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt worden waren. Für mich kam das ganze ehrlich gesagt wenig überraschend. Ich hatte schon gegen Leverkusen mit dem Absturz gerechnet. Und doch bin ich im Nachhinein ein wenig enttäuscht. Quasi enttäuschte Erwartungen, die ich gar nicht hatte.

Aber ganz von vorne. Frankfurt verliert am Freitag Abend in Gladbach mit 2:0. Verdient, und eigentlich noch 1-2 Tore zu niedrig. Hätten die Herren Reus und Bobadilla nicht heimlich das Torschusstraining geschwänzt, wäre die Partie locker 4:0 oder 5:0 ausgegangen. Und bis auf den ewigen Oka wusste auf Frankfurter Seite nicht wirklich jemand zu überzeugen. Ochs nicht, Teber nicht, Altintop nicht, alle nicht. Alles, was man gegen Bayern, Bochum und Leverkusen noch gezeigt hatte, man hatte es einfach vergessen. Keine Leidenschaft, keine Spielkultur. Eine echte Torchance für Halil Altintop gab es. Und die schoss dieser bezeichnenderweise aus bester Position über das Tor.

Während die Eintracht letzte Saison das Kunststück fertigbrache, lediglich gegen Teams zu punkten, die in der Tabelle hinter ihr standen, so scheint als würden die “Kleinen” diese Saison zu wahren Stolpersteinen. Punktverluste gegen Gladbach (1:2 und 0:2) oder Köln (1:2) häufen sich, während man gegen die acht Teams, die in der Tabelle vor einem stehen, schon volle 18 Punkte geholt hat. Und das Rückspiel in Wolfsburg kommt ja noch.

Fakt ist, dass Stuttgart, Hamburg und Wolfsburg allesamt dreifach gepunktet haben. Nun sind es wieder vier Zähler auf Platz sechs, der wohl zur Teilnahme am internationalen Geschäft reicht. Nun werden die optimistischen Rechenexperten unter den Frankfurtern sicher sagen: “Naja. Vier ist weniger als Zwölf.”. Und damit haben sie natürlich Recht. Doch angesichts des Restprogramms mache ich mir wenig Hoffnungen. Nächste Woche geht es gegen die Hertha, die eigentlich keine Chance mehr hat, diese aber auf jeden Fall nutzen will. Danach zu den heimstarken Mainzern. Dann das Auswärtsspiel in Sinsheim, das man meiner Meinung nach noch gewinnen könnte. Den Abschluss bildet das Gastspiel beim FC Edin Dzeko, der im Moment nach belieben trifft. Hier sind maximal vier Punkte aus vier Spielen drin. Und das wird einfach nicht reichen.

So weh es auch tut, aber die Eintracht wird nächste Saison nicht europäisch Spielen. Es gilt deswegen: nach hinten schauen und in Mainz nicht verlieren. Denn am Ende “nur” 10. zu werden, würde die sehr sehr gute Saison doch in einem ganz falschen Licht erscheinen lassen. Fühlt sich ganz schön hart an, dieser Boden der Tatsachen.
An dieser Stelle möchte ich auch noch ein paar Worte über unseren Gegner von nächster Woche verlieren. Grade lese ich auf kicker.de, dass die Hertha ein Protestschreiben an den DFB gerichtet hat, in dem sie sich über die ständige Benachteiligung der Hertha von Seiten der Schiedsrichter beschwert. Zudem wurde für die Partie gegen Stuttgart ein Schiedsrichterassistent aus Hannover abgestellt, die ja bekanntlich im Kampf um den Klassenerhalt einer der härtesten Rivalen der Hertha sind. Genau dieser Schiedsrichterassistent pfiff Theofanis Gekas zu unrecht zurück. Genau als dieser frei auf Lehmann zulief um das 1:0 zu markieren.

Nun möchte ich niemandem etwas unterstellen. Ich glaube nicht, dass Herr Frank in dem Moment, in dem er seine Fahne hob, dachte: “So. Jetzt sorg ich dafür, dass 96 erstklassig bleibt.”. Es war schlicht und einfach eine Fehlentscheidung wie sie in jedem Spiel vorkommen kann. Allerdings bin ich empört wie man so dumm sein kann, einen solchen Ansetzungsfehler zu machen, und einen Unparteiischen aus Hannover zuzuteilen. Jeder der vier Finger hat, und somit 2 und 2 addieren kann, hätte darauf kommen können, dass das im Falle einer Fehlentscheidung und einer Niederlage der Hertha zu größten Diskussionen führen wird. Dafür gibts echt mal wieder den Daumen runter, liebe DFL.

Des weiteren blutet mein Fußballherz, wenn ich sehe wie eine Mannschaft wirklich so sehr durch Fehlentscheidungen benachteiligt wird, dass sie deswegen die Klasse nicht halten wird. Ein Abseitstor gehört mal dazu. Oder ein unberechtigter Elfmeter. Das ist es doch auch, was den Fußball so geil macht. Aber diese Saison, und vor allem in der Rückrunde, werden wirklich alle spielentscheidenden Situationen gegen die Hertha gepfiffen.

Sicher hinkt dieser Vergleich, doch wenn man sich die “Wahre Tabelle” anschaut, wird die Hertha auf Rang 15 geführt. Szenen wie der nicht gepfiffene Elfmeter nach Tascis klarem Handspiel am Wochenende, oder dem Tor von Theofanis Gekas gegen Dortmund, das zu unrecht zurückgepfiffen wurde, sorgen dafür, dass die Hertha auf Platz 18 rangiert.

Ich verstehe Herrn Preetz und die Hertha voll und ganz. Schade nur, dass ihr Protest auf taube Ohren stoßen wird. Denn niemand von den Verantwortlichen wird sich bereit erklären, auch nur einen Punkt mehr zuzugestehen. Sonst kommt nämlich der nächste Protestbrief. Vom SC Freiburg. Oder von Hannover 96.

Fakt ist wohl, dass die Hertha nächste Saison genauso wenig erstklassig sein wird, wie die Eintracht international Spielen wird. Eigentlich sehr schade. Berlin gehört mehr in die Bundesliga als Freiburg und Hannover. Auch Köln könnte von mir aus sehr gerne Absteigen. Allerdings muss man auch sagen, dass man nicht erwarten kann, wieder vorne mitzuspielen, wenn man absolute Leistungsträger (Pantelic, Voronin, Simunic) abgibt, und nicht mal ansatzweise ersetzt.

Das einzige was mich als Eintrachtfan am Hertha-Abstieg freut: vielleicht kann man den ein oder anderen Spieler im Hertha-Ausverkauf günstig erstehen.

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