Feuerwehrmänner, fliegende Robben und hinkende Adler

März 15th, 2010 by Felix

Eigentlich gibt es Sonntag Abends ja den obligatorischen Eintrag über das Spiel der Eintracht vom Wochenende, aber diese Woche gibts da irgendwie nicht viel zu sagen. Könnte erstens daran liegen, dass ich es nur in der Konferenz gesehen habe und zweitens den Grund haben, dass es diesen Spieltag doch viel wichtigere Dinge gab.

The one and only Feuerwehrmann

Da wäre zunächst natürlich das Thema Hertha. Nicht sportlich. Also auch. Aber das ist ja altbekannt. Die Hertha will, versucht, macht, scheitert. Angelos Charisteas schießt sie schließlich mit seinem gefühlt ersten Tor seit der EM 2004 endgültig in die zweite Liga. Praktisch gesehen. Natürlich kann man vor allem an den letzten drei Spieltagen gegen Schalke, Leverkusen und die Bayern noch punkten. Nicht.

Viel schlimmer ist, was nach dem Spiel passiert ist. Gesehen hat es wohl jeder, deswegen kann ich mir diese Ausführungen ja sparen. Die Frage die sich die echten Fans und vor allem die Hertha – hoffentlich – nun stellen ist: was tun? Stadionverbote per Videoanalyse? Geisterspiele bis Ende der Saison? Klingt irgendwie alles nicht so wirklich wie eine echte Alternative. Circa 200 Vermummte binnen der nächsten zwei Wochen zu identifizieren und mit – hoffentlichen lebenslangen – Stadionverboten zu belegen dürfte einige Nachtschichten erfordern. Auf der anderen Seite würde man mit einem Ausschluss der Fans auch die “echten” Fans treffen, die nun wahrlich nichts für das Geschehene können.

Wie auch immer der DFB und die Hetha entscheiden, es gibt keine Optimallösung. A propos Lösung: Friedhelm Funkel war auch nicht die erhoffte Lösung auf die sportlichen Probleme. Trotz neuem Spielermaterials hat er es nicht fertig gebracht die Hertha vor dem Abstieg zu retten. Laut Berliner Morgenpost steht er unmittelbar vor seiner Entlassung. Und wer machts dann? Preetz? Rekord-Dardai? Neururer? Will Berlin auch nur eine kleine Chance auf den theoretisch noch möglichen Klassenerhalt haben, gibt es nur eine Antwort auf diese Frage: Jörg “The Feuerwehrmann” Berger.

Die Robben fliegen hoch – es wird Frühling

Zudem scheint mir mittlerweile doch Arjen Robben auch mal erwähnenswert. Auch wenn man mit diesem Prädikat vorsichtig umgehen sollte, möchte ich das einfach mal weltklasse nennen. Nicht wie er gespielt hat. Das war kreisklasse. So wie alle Bayern in den ersten 70 Minuten. Aber mit welcher Selbstverständlichkeit er den Freistoß zum 1:1 versenkte und die Art und Weise wie er den Elfmeter schoss, als würde es um rein gar nichts gehen, haben mir imponiert.

Und jetzt mal ohne Flachs: der Kerl liegt nur sechs Treffer hinter Stefan Kießling. Da ist doch kanonentechnisch noch alles drin. Ich glaube der Junge kann was. Sollte man mal im Auge behalten.

Adler Sturzflug

Seit Jahren hört man ja nichts anderes als dass “Deutschland auf der Torwartposition nie ein Problem haben wird.”. Seit Jahren war ich damit auch d’accord. Aber nun irgendwie nicht mehr so bedingunslos wie damals. Adler ist die Nummer Eins für Südafrika. Und seit eben das offiziell ist benimmt er sich, als wäre er die englische Nummer Eins für Südafrika. Drei Böcke in vier Wochen. Dahinter lauern ein immer stärker werdender Tim Wiese und Manuel Neuer, der seit, seit, seit, ja seit wann eigentlich konstant gut hält?

Ich glaube, dass die Herren Löw und Co. diese Entscheidung nochmal überdenken sollten. Allerdings ist ja weitläufig bekannt, wie sehr Jogi dazu in der Lage ist, Fehler zuzugeben und Entscheidungen zu revidieren. Gar nicht.

Unter den Blinden ist der Einäugige König

And the Oscar goes to: Hannover 96. Der Preis für den besten Einäugigen des 26. Spieltags. Klar, Nürnberg hat gepunktet. Aber alles in allem heißt der Gewinner doch Hannover. Drei Punkte die sicherlich vor drei Wochen noch so wahrscheinlich waren wie ein Wechsel von Jörg Berger zu Hertha BSC. Und plötzlich stehst du auf dem Relegationsplatz, drei Punkte vor Freiburg. Und das trotz der längsten Niederlagenserie in der Bundesliga seit TeBe Berlin.

Iron Maik, Treter Teber und Orientierungs Ochs sei dank. Letzterer unterläuft eine Flanke vor dem 0:1 und die anderen beiden lassen sich nach einer Volleyball- bzw. Streetfighter II-Einlage vom Platz stellen. Schade, dass die Außenmikrofone von SKY so leise waren, sonst hätte man sicher Maiks “Hayuuuuket”-Schrei gehört, als er seine Stollen ninjaartig in dem am Boden liegenden Christian Schulz versenkte.

Fakt ist, dass die drei Herren nun im nächsten Spiel fehlen. Naja, ist ja nur der FC Bayern. Das Duell des schnellsten Außenstürmers der Bundesliga gegen den langsamsten Außenverteidiger östlich des Mississippi. Man rechnet in Frankfurt mit dem was man am Ende haben wird: nichts.

A propos “am Ende haben”. Die Eintracht steht im Moment auf Platz zehn. Da eine zehn aus zwei Ziffern besteht ist das kein einstelliger Tabellenplatz. Acht Spiele bleiben. Die Eintracht sollte lieber mal anfangen eine Eintracht-Rückrunde zu spielen. Keine Leverkusen-Rückrunde.

Es bleibt abzuwarten was die Schlussphase der Saison bringt. Sowohl der Hertha, als auch den Bayern, René Adler und der Eintracht. Acht Spieltage gibt es noch. Das sind 24 Punkte. Damit würde die Hertha sogar noch den Klassenerhalt packen. Aber nur mit Jörg Berger.

(Bilder: sportschau.de)

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